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Rosinen - Buttermilchbrot

Auch wenn Kochen meiner Meinung nach sehr viel mit "sich Mühe geben", Geduld und Liebe zum Detail zu tun hat, verstehe ich den aktuellen Trend zu schnellen und einfachen Rezepten mit wenigen Zutaten. Es muss nicht immer 6h schmoren, 72h im Kühlschrank ruhen oder für 20 Minuten geknetet werden. Ganz oft sind es die simplen Rezepte die weder großen Aufwand noch eine ewig lange Zutatenliste benötigen. Beides Faktoren die viele, vielleicht nicht immer ganz so motivierte Köche wie ich es bin, davon abhalten sich an einem neuen Gericht zu probieren. Und gerade an dieser "Zielgruppe" liegt mir persönlich sehr viel. Jeder kann kochen. Und jeder sollte meiner Meinung nach auch kochen. Es ist wichtig selbst Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen und nicht ausschließlich auf bereits verarbeitete Lebensmittel zurückzugreifen.


Oft scheitert es ja auch gar nicht nur an der Motivation oder dem Wissen, sondern mehr an der Zeit. Genau aus diesem Grund möchte ich heute mit einer neuen Kategorie starten. "Blitzrezepte" für Kochmuffel.


Der Fokus wird dabei auf einer simplen Zubereitung mit möglichst wenigen Zutaten liegen. Auch wenn die Rezepte eher minimalistisch gehalten sein werden, ist mir wichtig zu erwähnen, dass jedes Rezept individuell abgewandelt werden kann und Jeder soll es nach seinen Bedürfnissen und Vorlieben erweitern oder umwandeln. Je nachdem was ihr noch Zuhause habt oder was euch schmeckt. Rezepte aus dieser Kategorie sind vielleicht nicht immer die Geschmacksexplosion schlechthin, aber sie sollen euch helfen auch im stressigen Alltag eine sinnvolle, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung umzusetzen. Solche Rezepte gibt es natürlich schon einige auf dem Blog. Also schaut doch mal in der Kategorie "Blitzrezepte" vorbei.


So, nun aber zu dem heutigen Rezept:


Was viele Kochmuffel grundsätzlich abschreckt ist das Brot- oder Zopfbacken. Diese Kategorie mit einem Pasta Rezept zu starten, wäre mir auch zu einfallslos gewesen ;) Darum wage ich mich heute gleich an ein süßes Brotrezept für Kochmuffel, das eigentlich mehr Richtung Zopf geht. Inspiriert wurde ich dabei von den britischen Scones. Häufig ist es ja genau die Hefe, die viele davon abhält sich mal am Brotbacken zu versuchen. Auf der Suche nach einem Rezept ohne Hefe stieß ich auf das irische "Soda bread". Dabei wird, wie der Name schon sagt "baking soda" also Natron als Treibmittel verwendet. Perfekt! Keine Gehzeiten, kann man immer im Vorratsschrank aufbewahren und schiefgehen kann eigentlich auch nicht viel. Natron benötigt zur Aktivierung seiner Treibkraft immer einen Säureanteil. Also entweder Zitrone, oder in meinem Fall verwende ich Buttermilch. Das gute an dem Rezept, ihr benötigt kaum Zutaten, der Teig muss/darf kaum geknetet werden und auch die Optik darf ruhig etwas rustikal sein. Und trotzdem schmeckt es wirklich hervorragend. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Zopf, Christstollen (ohne Orangeat und Zitronat) oder Hefegugelhupf. Auf jeden Fall super lecker. Wenn ihr also das nächste Mal am Sonntag Nachmittag spontan Besuch bekommt oder euch einfach die Lust auf frisch duftendes Rosinenbrot backt, einfach schnell zusammenkneten, einschneiden und in den Backofen schieben.




Zutaten für 1 Brot (21cm):

500 g Mehl, glatt

60 g Zucker

1 TL Natron, gehäuft

1,5 TL Salz

60 g Butter, kalt

100 g Rosinen

50 g Cranberries


1 Ei

400 ml Buttermilch



Auch hier sind eurer Kreativität natürlich keine Grenzen gesetzt. Wer keine Rosinen mag, ersetzt diese einfach mit anderem Trockenobst (Feigen, Datteln, ausschließlich Cranberries, oder Schokostückchen). Ihr könnt auch Mandelsplitter oder andere Nüsse zu dem Teig mischen. Wer den Geschmack von Zitronen- oder Orangenschale mag, gibt einfach noch etwas Abrieb hinzu. Probiert euch doch einfach mal durch. Übrigens, kann die Buttermilch notfalls auch gegen Naturjoghurt oder Milch mit 1 EL Zitronensaft (diese Mischung für ca. 15 Minuten stehen lassen) ersetzt werden, allerdings ist das Ergebnis meiner Meinung nach mit Buttermilch am besten. Aber ein Notfallplan ist immer gut zu haben ;)


Zu Beginn den Backofen auf 200° Heißluft vorheizen.

In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Natron und Salz mischen. Die Butter in kleine Würfel schneiden und mit den Händen in den trockenen Zutaten zerbröseln, bis eine krümelig Masse entsteht. Rosinen und Cranberries hinzufügen und alles kurz vermischen.




Das Ei in einem kleinen Gefäß verquirlen und gemeinsam mit der Buttermilch und zu den trockenen Zutaten gießen. Alle Zutaten einem Löffel grob vermischen. Der Teig wird dabei eher klebrig. Jetzt ist es sehr wichtig, den Teig nicht zu viel zu rühren. Das Brot lebt von der mürben Konsistenz und wer an diesem Punkt zu eifrig rührt und knetet, bekommt eher einen kompakten Rührkuchen als ein fluffig, mürbes Rosinenbrot.



Die Masse nun mit bemehlten Händen auf eine ordentlich bemehlte Fläche geben und und etwas Mehl bestäuben und ein paar mal leicht kneten, bis der Teig zusammenhält und sich zu einer runden Kugel formen lässt.



Auch hier wieder nicht zu viel kneten, nur soviel bis der Teig zusammenhält. Ansonsten wird das Brot zäh und nicht locker. Wer dazu eine detailliertere Anleitung benötigt, kann mal auf dem folgenden Link vorbeischauen. In dem Video seht ihr, wie kurz der Teig nur bearbeitet werden sollte. Das Rezept ist zwar ein anderes als meines, aber die grundsätzliche Bearbeitung des Teigs wird meiner Meinung sehr deutlich.


https://www.youtube.com/watch?v=iqp73McdTTo&t=33s



Das Brot kann nun entweder in einem mit Butter eingefetteten Topf oder einer Springform gebacken werden. Ihr könnte es aber auch einfach so auf ein Backblech mit Backpapier legen. Ein tiefes X einschneiden, damit die Hitze gleichmäßig in den Teig eindringen kann. Dabei wirklich nicht nur die Oberfläche einritzen, sondern fast bis zur Hälfte einschneiden. Wer mag kann die Oberfläche noch mit etwas Zucker und vl. noch einer Prise Zimt bestreuen (fehlt auf dem Bild), dadurch entsteht eine knusprig, süße Kruste.



Nun für 35 - 40 Minuten bei 200 Grad Heißluft backen.


Das Brot aus der Form lösen, etwas auskühlen lassen und dann am besten noch lauwarm mit Butter und Marmelade genießen. Es hält sich übrigens in Alufolie oder einer Brotbox wirklich lange frisch und ist auch am zweiten Tag noch saftig und fluffig.



Ich tüftle übrigens schon an einer herzhaften Version mit Bier und Speck ;)


guat xi!


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